Ein Tag im Leben eines Messebauers

Ein Tag im Leben eines Messebauers

Messebauer sein – was bedeutet das eigentlich? Wie sieht ein durchschnittlicher Arbeitstag aus und mit welchen Überraschungen muss man rechnen? Eines ist klar: Kein Tag gleicht dem anderen. Begleiten Sie unseren Bauleiter Michael Fengels zu einem Standaufbau in den Kölner Messehallen.

 

4.00 Uhr – trotz nachtschlafender Zeit klingelt der Wecker. Jetzt bloß nicht nochmal rumdrehen, denn bereits um 5.00 Uhr starten wir vom Wiesbadener Isinger + Merz-Lager zu einer Zweitages-Montage in Köln. Hoffentlich sehe ich nicht genauso müde aus wie mein Kollege, auch wenn ich mich so fühle. Aber bis Köln bleibt ja noch genug Zeit zum Wachwerden – und wie sich später herausstellen soll, mehr Zeit als geplant. Wir sind zwar pünktlich mit unserem 7,5-Tonner gestartet, doch der zäh fließende Verkehr auf der A3 fordert auch diesmal wieder seinen Tribut: 170 km in drei Stunden. Zügig geht anders.

 

In Köln angekommen steuern wir als Erstes den Messespediteur an. Doch der Fahrer ist noch nicht auf dem Gelände und wir müssen ihm hinterher telefonieren. Die gute Nachricht: Er steht zwar noch in der Schlange und wartet, ist aber schon mal vor Ort. Die weniger gute Nachricht: Der Stapler ist vorreserviert, kann aber erst beim Eintreffen der Spedition angefordert werden. Na, wenn das so weitergeht... 8.45 Uhr, der Sattel steht vor der Halle und bringt den Stapler gleich mit. Geht doch!

 

Endlich können wir abladen und Material, Bauteile und Möbel sinnvoll geordnet um den Standplatz stellen, denn Platz ist immer Mangelware beim Aufbau in den Hallen. Die nächste Überraschung: Der Strom ist verlegt, aber noch nicht freigeschaltet und der Wasseranschluss liegt an der falschen Seite des Standes. Da lohnt sich doch glatt der Weg zum Hallenmeister! Während wir den Grundriss einmessen und die ersten Bodenplatten verteilen, sind auch die Wasserinstallateure mit der Anschlussänderung fertig. Strom gibt’s nun auch, wir können endlich richtig mit dem Aufbau beginnen. Ist ja auch schon wieder Mittag.

 

Das ist das Stichwort: 12.00 Uhr, meinem Kollegen knurrt der Magen. Aber wir hängen noch eine halbe Stunde dran, dann ist der Boden fertig und kann mit Folie abgedeckt werden. Um Zeit zu sparen, haben wir uns etwas zu essen mitgebracht. So können wir auch besser ein Auge auf unser Werkzeug werfen, denn Unachtsamkeit wird immer öfter mit Verlust bestraft – aber ohne Werkzeug geht nun mal gar nichts im Messe(auf)bau.

 

Nach der Pause ist das Grundgerüst des Messestandes an der Reihe: Wir stellen die Aluminium-rahmen auf und ziehen Stromkabel durch die Fräsungen in den Rahmen, damit sie später unsichtbar im Inneren der Wände verlaufen. Der Nachmittag ist wie immer viel zu kurz und wir beeilen uns mit dem Einhängen der Wandplatten, um wenigstens die Kabine fertigzustellen. Der Ehrgeiz hat uns gepackt: Wir bauen noch die Schiebetür zur Kabine ein, machen sie gangbar und können Möbel und andere wertvolle Dinge im neu entstandenen Raum deponieren. Auch die restliche Standfläche räumen wir auf, wir möchten schließlich am nächsten Tag nicht im Chaos anfangen. 17.00 Uhr, Punktlandung! Jetzt nichts wie ab ins Hotel, duschen, essen, bisschen quatschen und ab ins Bett, denn für morgen steht noch genug an.

 

Auch am zweiten Aufbautag heißt es erneut früh aufstehen – aber der frühe Vogel fängt bekanntlich den Wurm. Unser Kunde möchte bereits um 11.00 Uhr seine Exponate aufstellen, sprich: bis dahin muss alles fertig sein. Das heißt für uns Wände fertig bauen, Präsenter auspacken und positionieren, Strahler aufhängen, ausrichten und immer wieder Ordnung machen.

 

Die Exponate sind schwer. Selbstverständlich sind wir beim Auspacken und Aufstellen behilflich, denn jede Hand zählt. Grafiken hängen wir nach Kundenwunsch auf und auch Sonderwünsche – und von denen gibt es auf den letzten Drücker immer noch einige – werden sofort in die Tat umgesetzt (man könnte sie wohl auch Sofortwünsche nennen…).

 

Das Abnahmeprotokoll ist ausgefüllt, wir packen unser Werkzeug ein, übergeben den Stand und verlassen die „heiligen Hallen“. 15.00 Uhr, ab auf die Piste. Zum Glück hat in Köln der Berufsverkehr noch nicht eingesetzt. Dafür aber bei unserer Ankunft im Rhein-Main-Gebiet. Willkommen zu Hause. Zum Glück reicht es, wenn wir erst morgen den Lkw ausladen. Sofern dann nichts Wichtiges mehr anliegt, können wir vielleicht sogar noch die eine oder andere Überstunde abfeiern. Und Übermorgen? Na, dann geht’s wieder auf nach Köln zum Abbau.

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